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Leben auf der Venus (Wissenschaft • Astronomie • Exobiologie)

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Diskussion zu potenziellen Lebensräumen auf der Venus.

Historische Vorstellungen

Bis in die 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein sah man die Venus ganz naiv als "Schwester der Erde" an und stellte sich ohne weiteres vor, dass unter der schon im Teleskop auffälligen aber dichten Wolkendecke eine tropische Welt in der Art der Wälder des Karbon existieren könnte. Die Wolken interpretierte man mangels genauerer Daten einfach in Analogie zur Erde als Wasserdampf. Vor allem die Ähnlichkeiten der Venus und der Erde hinsichtlich der Grösse, der Masse und des Sonnenabstandes, sowie die dichte Atmosphäre, deren wahre Natur unbekannt war, verleiteten zu Spekulationen über die Bewohnbarkeit des Planeten.

Ein bekannter Roman von Stanislaw Lem aus dem Jahre 1951, Die Astronauten, beschreibt die Entdeckung einer untergegangenen aggressiven Zivilisation auf der Venus, die im Bestreben, die Erde zu erobern, an ihren eigenen Widersprüchen zugrunde gegangen war. Ausgangspunkt der Erzählung ist das berühmte Tunguska-Event von 1908, das im Buch den Absturz eines Voraus-Kommandos von der Venus darstellt.

Die lebensfeindliche Umwelt der Venus

Mit der genaueren Erforschung der Venus durch interplanetare Sonden erhielten solche Vorstellungen einen totalen Rückschlag. Man erkannte, dass auf der Venus Umweltbedingungen herrschen, wie sie lebensfeindlicher nicht vorstellbar waren.

Die Oberflächentemperaturen betragen bis zu 480 Grad Celsius, der atmosphärische Druck entspricht dem einer Wassertiefe von 900 Metern auf der Erde, die Atmosphäre besteht aus Kohlendioxid und Schwefelsäurewolken und Wasser fehlt zumindest auf der Oberfläche vollkommen. Es schien damit völlig ausgeschlossen, dass Leben auf der Venus existieren könnte.

Neueste Erkenntnisse

Nachdem einige Jahrzehnte lang die Meinung gegolten hatte, auf der Venus könnte Leben auf keinen Fall zu finden sein, hat sich das Bild in den letzten Jahren gewandelt und man hält es für möglich, dass einfache Lebensformen höhere Zonen der Venusatmosphäre besiedelt haben könnten.

In etwa 50 Kilometern Höhe entspricht der atmosphärische Druck dem an der Erdoberfläche und die Temperatur liegt bei 70 Grad Celsius. Dort könnten schwebende Mikroben überleben, die entweder aus einer wasserreicheren Frühzeit der Venusgeschichte vor dem Einsetzen des globalen Runaway-Treibhauseffektes oder auch von der Erde stammen könnten.

Einige Eigenheiten der Venusatmosphäre könnten auch tatsächlich auf biologische Aktivität in der Atmosphäre hindeuten:

Zum einen gibt es weniger Kohlenmonoxid, als aufgrund der Sonneneinstrahlung zu erwarten wäre. Es wird möglicherweise durch einen bislang unbekannten Mechanismus abgebaut.

Zum anderen fand man sowohl Schwefelwasserstoff als auch Schwefeldioxid, zwei Verbindungen, die normalerweise miteinander reagieren und daher nicht nebeneinander bestehen können, es sei denn, sie würden ständig neu produziert.

Noch seltsamer ist der Nachweis von Carbonylsulfid, einem Gas, das auf anorganischem Weg so schwer herzustellen ist, das es schon gelegentlich als Indikator biologischer Aktivität angesehen wurde.

Die hypothetischen einzelligen Lebewesen in der Venus-Atmosphäre könnten Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und möglicherweise Wasserstoff in Schwefelwasserstoff oder Carbonylsulfid umwandeln und dabei ultraviolette Strahlung von der Sonne als Energiequelle nutzen. Das würde auch die bislang rätselhaften dunklen Flecken auf Ultraviolettaufnahmen des Planeten erklären, die belegen, dass "irgendetwas" in der Venusatmosphäre Anteile des ultravioletten Lichts "verschluckt".

Ausblick

Nähere Auskunft über diese Phänomene sind bereits im Jahr 2006 zu erhoffen, wenn der europäische "Venus Express", die Schwestersonde des bereits 2004 erfolgreichen "Mars Express", seine Erkundungen aufnimmt.

Interne Links

Planet Venus

Based on:

  1. Editor
  2. http://www.newscientist.com/




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